Hundebaby

Ein Notfall der besonderen Art ereignete sich letztens im Notdienst des Hamburger Tierspitals.

Ein Besitzer lieferte seine hochträchtige Englisch Setter Hündin ein, die schon den ganzen Tag in den Presswehen gelegen hatte, aber es nicht schaffte, die Welpen auszutreiben. Die diensthabenden Nottierärzte untersuchten das Tier zunächst eingehend: Die Hündin war sehr erschöpft und hechelte stark, die Körpertemperatur war auf 37°C abgefallen. Das Gesäuge war deutlich vergrößert und die Milchabgabe hatte bereits eingesetzt.

Die Scham war geschwollen und zeigte dunklen, schleimigen Ausfluss.

Erschöpfte Hündin in den Wehen


Erschöpfte Hündin in den Wehen

Die Tierärzte entschieden sich daraufhin zu einer Röntgen- und Ultraschalluntersuchung. Im Röntgenbild konnten zunächst acht Welpen unterschieden werden, die sich jedoch in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und in einigen Fällen in problematischen Geburtspositionen befanden.

Da die Deckung der Hündin nicht geplant gewesen war, kann es aufgrund einer Mehrfachdeckung dazu gekommen sein, dass die Welpen unterschiedlich weit entwickelt waren.

Im Ultraschall konnten die Hundebabys schemenhaft erkannt werden. Deutlich sichtbar waren z. B. Rippen, Mägen und Herzen. Mit dem Ultraschall konnte die Herztätigkeit verschiedener Welpen dargestellt werden, wobei sich traurigerweise hier schon zeigte, dass die Herzen einiger der kleinen Tierchen nicht mehr schlugen.

Um die Mutter und die verbleibenden Welpen zu retten, mussten die Tierärzte schnell handeln. Die Hündin wurde zur Kreislauf-Stabilisierung mit einem Tropf versorgt, anschließend wurde ein wehenförderndes Medikament gegeben. Zur Sicherheit wurde alles für eine Notoperation mit Kaiserschnitt vorbereitet.

Noch einmal musste sich die Hündin anstrengen, aber diesmal leisteten die Tierärzte Auszughilfe und schließlich erblickte ein Welpe nach dem anderen das Licht der Welt. Leider bestätigte sich die per Ultraschall gestellte Prognose, denn einige waren schon verstorben beziehungsweise starben kurz nach der Geburt, da ihre Lungen nicht vollständig ausgebildet waren. Trotzdem konnten zwei Hundebabys und vor allem das Leben der Mutter gerettet werden.

Hundemutter

< Die Mutter - erschöpft, aber glücklich

Mutter mit Welpen


Die glückliche Familie

Unter der Aufsicht der Tierärzte verliefen die ersten Lebenstage der Neugeborenen ohne weitere Komplikationen und die junge Familie konnte inzwischen aus dem Hamburger Tierspital entlassen werden.

Bild von schwarzem Hundebaby