Es war eigentlich ein ruhiger Sonntagabend und das Frauchen von Kater Felix ahnte noch nicht, welche Aufregung sie diese Nacht noch erleben sollte. Wie sonst auch, hörte sie gegen 23 Uhr ihren kleinen Stromer durch die Katzenklappe hereinkommen.

Bei Kater Felix hängt eine Angelschnur aus dem MaulAber statt - wie sonst so üblich - noch ein Mal bei Frauchen auf den Schoß zu hüpfen, verzog sich Felix diesmal gleich in die letzte Ecke hinter das Sofa und fing an zu maunzen. Von dem Verhalten ihres Katers irritiert, schaute die Besitzerin natürlich sofort nach ihrem Stubentiger und konnte ihren Augen kaum trauen: Aus Felix Maul hing der Rest einer Angelschnur. Hatte der arme Kerl etwa auch den Haken dazu verschluckt? Und wenn ja, kann man diesen entfernen, ohne das Tier zu verletzen?

 

 

 

 

 

 

 

 

Röntgenbild vom HalsbereichSchnell klickte das Frauchen von Felix auf ihrem neuen iPad die Notdienstsuche App von tierklinik.de und fand so das Hamburger Tierspital. Nach einer quälend langen Autofahrt schließlich dort angekommen, begannen die diensthabenden Tierärzte sofort mit einer eingehenden Untersuchung von Felix. Zwar war der Kater vom  Kreislauf her stabil, doch es ließ sich von außen nicht feststellen, wie weit der Haken abgeschluckt worden war. Schnell wurde ein Röntgenbild von Felix gemacht. Jetzt konnte man eindeutig sehen, dass der Haken sich unter dem Kehlkopf festgesetzt hatte - glücklicherweise war er nicht bis in den Magen verschwunden, doch ganz einfach ist so ein spitzer Fremdkörper dann doch nicht zu entfernen.

 

 

Tiefer Einblick in den Schlund von Kater FelixDer nakotisierte Felix schaut sehr fustriert aus.

Im nächsten Schritt musste Felix in Narkose gelegt werden, denn die Entfernung des Hakens würde sonst Schmerzen bereiten und außerdem könnte eine Abwehrbewegung des Tieres  zu schlimmen Blutungen führen. Da im Hals auch lebenswichtige Blutgefäße verlaufen, entschieden sich die Tierärzte, einen sogenannten C-Bogen, mit dem das Hamburger Tierspital ausgestattet ist,  zu Hilfe zu nehmen. Dieses Gerät sendet schwache Röntgenstrahlen aus, die von einem Empfänger in ein Bild gewandelt werden und auf einem Bildschirm zeitgleich betrachtet werden können.

So kann der Operateur genau sehen, wo sich sein Instrument gerade befindet und seinen nächsten Schritt entsprechend planen. Nach einigen vorsichtigen Versuchen, den Angelhaken zu bewegen, konnte man diesen dann endlich herausziehen.

Entfernter Angekhaken

Noch ein Mal  kontrollierten die Tierärzte, ob auch ja keine tiefere Verletzung entstanden war. Dann wurde Felix wieder  langsam aus der Narkose aufgeweckt. Zum Schluss bekam er noch ein Medikament gespritzt, damit die vom Angelhaken gereizte Stelle keine starke Schwellung verursacht.
Dann hatte Felix es geschafft und konnte mit seiner glücklichen Besitzerin wieder nach Hause fahren.