Hier untersuchten die Tierärzte Nano zuerst gründlich und entschieden sich dann, ein Röntgenbild vom aufgeblähten Bauch zu machen. Röntgenaufnahme des Bauchraumes von Nano.

Das Bild war eindeutig: ein kreisrunder Fremdkörper lag in Nanos Magen und verstopfte den Abfluss in den Dünndarm, den sogenannten Pförtner oder Pylorus. Damit konnte das aufgenommene Futter und auch Wasser, das der Hund aufgrund der Stresssituation in großen Mengen getrunken hatte, nicht mehr weitertransportiert werden. Dies hatte dann zur Folge, dass der Magen immer größer und größer wurde und schließlich auch der Mageneingang soweit abgedrückt wurde, dass ein Erbrechen auch nicht mehr möglich war. Nano war ein dringender Notfall, denn der vergrößerte Magen drückte auf das Zwerchfell und beeinträchtigte auch die Atmung und die Herzleistung des Tieres. Zuerst wurde ein Venenkatheter gelegt, um den Patienten mit den notwendigsten Medikamenten und Tropf gegen einen möglichen Schockzustand zu versorgen. Dann wurde der Hund vorsichtig in Narkose gelegt und intubiert, damit die Versorgung mit Atemluft gewährleistet ist und kein Fremdmaterial in die Lungen eingeatmet werden kann. Im Hamburger Tierspital werden kritische Patienten routinemäßig an ein modernes Narkosegerät aus der Humanmedizin angeschlossen, bei dem EKG, Sauerstoffversorgung und Narkosetiefe exakt eingestellt werden können. Ein Anästhesist überwacht die Narkose. Dann wurde über die Speiseröhre vorsichtig ein Schlauch bis in den Magen vorgeschoben und dieser entleert und gespült, um den Druck auf die lebenswichtigen Organe zu verringern und ein Reißen der Magenwand zu verhindern.

Röntgenaufnahme von Nanos Bauchraum nach der Entfernung der Flüssigkeit aus dem Magen.

Trotz mehrerer Versuche gelang es aber leider nicht, den Fremdkörper mit einer langen Zange zu greifen und herauszuziehen, und somit war eine OP unumgänglich. Nanos Bauch wurde rasiert und desinfiziert, der Chirurg eröffnete die Bauchhöhle und lagerte den Magen vor. Ein weiterer Schnitt und die Ursache des Übels war zu erkennen: die verhärteten Reste eines Balls kamen zum Vorschein, den der Hund vorher verschluckt hatte.


Bild aufgenommen während der Operation von Nano.Mall mit Zentimetermass, er mißt 4 cm im Durchmesser.


Der Magen wurde daraufhin wieder vernäht, die Bauchdecke geschlossen und das Tier aus der Narkose geweckt. Nano musste dann noch ein paar Tage im Hamburger Tierspital bleiben, da er die ersten Tage nach der OP nicht fressen durfte und über den Tropf versorgt wurde. Für ihn wohl das Schlimmste an der ganzen Sache, aber inzwischen ist Nano wieder entlassen und kann wieder ordentlich fressen – aber hoffentlich keine Bälle mehr.

Nano sitzt am Tropf und sieht recht hungrig aus.

 

Der Hund darf aufgrund der Wunde im Magen keine Nahrung zu sich nehmen und wird über die Vene durch einen Tropf ernährt. Nano sieht sehr hungrig aus und sehnt sich nach einem leckeren Stück Fleisch.